Die meisten Höhlen in Deutschland sind Karsthöhlen, die in löslichen Gesteinen wie Kalkstein, Dolomit und Gips entstanden sind. Diese Gesteine reagieren empfindlich auf chemische Verwitterung, was entscheidend für die Höhlenbildung ist.
Der Prozess der Höhlenbildung beginnt oft an der Erdoberfläche, wo Regenwasser in den Boden eindringt. Regenwasser nimmt auf seinem Weg durch die Atmosphäre Kohlendioxid (CO₂) auf und bildet Kohlensäure (H₂CO₃). Diese schwache Säure hat die Fähigkeit, Kalkstein aufzulösen. Der chemische Prozess lässt sich folgendermaßen darstellen:
CaCO3+H2CO3→Ca(HCO3)2
Kalkstein (CaCO₃) wird durch Kohlensäure (H₂CO₃) in Calciumhydrogencarbonat (Ca(HCO₃)₂) umgewandelt, das wasserlöslich ist. Wenn das kohlensäurehaltige Wasser in das Gestein eindringt, löst es den Kalkstein auf und erweitert Risse und Spalten im Gestein. Über Jahrtausende hinweg entstehen so Hohlräume, die sich zu Höhlen ausweiten.
Verkarstung ist der Prozess, durch den allem voran Kalkstein sowie sämtliche weitere lösliche Gesteine durch chemische Verwitterung abgebaut werden. Dieser Prozess führt zur Bildung charakteristischer Karstlandschaften, die durch Höhlen, unterirdische Flüsse, Dolinen, und Karstquellen geprägt sind. In Deutschland sind die Schwäbische Alb, die Fränkische Alb und der Harz bedeutende Karstgebiete.